Projekte der Städtepartnerschaft Salzburg - Singida

Die Schwerpunkte unserer Projektarbeit liegen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Selbsthilfeinitiativen, Infrastruktur und Wasserversorgung.

Laufende Projekte

Busbahnhof Singida
Anlässlich des 20jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Salzburg - Singida (SCSS) im Jahr 2004 wurde dieses Projekt initiiert. Da der Ausbau der Überlandstraßen fortschreitet und Singida ein Verkehrsknotenpunkt ist, konnte der alte, im Zentrum der Stadt gelegene Busbahnhof den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Der Bau eines neuen, den Bedürfnissen angepassten Busbahnhofs in Kooperation mir anderen Projektpartner (Stadt Singida, private Investoren und die Regierung) wurde beschlossen. Als Standort wurde ein Areal am Stadtrand, unmittelbar an einer der Hauptstraßen gewählt.
Seit Juli 2008 ist der Busbahnhof in Betrieb, allerdings sind noch nicht alle geplanten Maßnahmen umgesetzt. Die Verkehrssituation seit Inbetriebnahme hat sich deutlich verbessert, die notwendige Infrastruktur für bis zu 50 Busse täglich ist geschaffen. Für die Passagiere gibt es überdachte Wartplätze, Toiletten und Verkaufsstellen für Getränke und Labensmittel.
Kürzlich wurde der von SCSS finanzierte Bau von Verkaufsstellen für Lebensmittel fertig gestellt. Diese Kioske werden ausschließlich an Frauen vermietet, die so die Möglichkeit bekommen ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Bahnhof Singida Bahnhof Singida

Gesundheit
8 Krankenstationen konnten bis jetzt im ländlichen Raum von Singida gebaut und eingerichtet werden. Diese werden von durchschnittlich vier bis fünf vom Staat angestellten Personen betreut. Regelmäßige Impfaktionen und Medikamentenausgaben tragen viel zur Gesundheit der Bevölkerung bei.
In den Krankenstationen werden Schwangerschafts- und Geburtenhilfe und Aufklärung bzw. Hilfe zur Geburtenregelung angeboten. Seminare im Bereich Hygiene, Schutz vor Malaria und HIV/AIDS werden durchgeführt.
Ziel ist es, allen Menschen den Zugang zu medizinischer Betreuung zu ermöglichen. Dazu ist es notwendig, im Umkreis von maximal 20 km die nächste Krankenstation zu finden.
Ein wesentlicher Faktor zur Verbesserung hygienischer Verhältnisse ist das Vorhandensein genügend Trinkwassers. Dazu wurde jede neue Gesundheitsstation mit einem Wassertank ausgestattet. Dieser füllt sich in der Regenzeit und bietet Vorrat für die lange Trockenzeit.
Durch all diese Maßnahmen konnten in den letzten Jahren große Fortschritte im Gesundheitsbereich erzielt werden.

Gesundheitsprojekt Gesundheitsprojekt

Bildung
Ausbildung ist auch in Tansania der entscheidende Schritt zur weiteren Entwicklung. Allerdings ist die Analphabetenrate in letzter Zeit wieder gestiegen. Hauptgründe für Ausfälle bzw. Nichteinschulungen in der Region Singida sind zu wenig Schulraum, zu wenig Einrichtungs- und Lehrmaterial und zu weite Schulwege. Oft sitzen über 400 Kinder in drei Klassenräumen, es fehlt an Bleistiften, Papier, Büchern und Möbeln. Bei Mädchen kommen Heirat, Schwangerschaft und häusliche Pflichten hinzu.
Bildung war seit Beginn einer der großen Schwerpunkte der Städtepartnerschaft. Zahlreiche Schulen wurden vor allem in entlegenen Dörfern gebaut bzw. renoviert und ausgestattet. Ziel ist es, alle schulpflichtigen Kinder zu erfassen und einzuschulen und genügend Klassenzimmer mit Einrichtung, Toiletten, genügend Wohnhäuser und Anbauflächen zur Verfügung zu stellen.
Einzigartig ist der Bau der ersten nicht kirchlichen Gehörlosenschule in Kititimo, einem kleinen Dorf vier Kilometer außerhalb der Stadt Singida.

Bildung Bildung Bildung

Heim für Waisen- und Straßenkinder
Unser derzeitiges „Großprojekt“ ist der Bau eines Waisen- und Straßenkinderheimes in Singida. Nach langjähriger Vorbereitung konnte das „Upendo Home“ im Mai 2008 endlich eröffnet werden.
Schrittweise werden nun die Kinder aufgenommen, im Moment leben bereits 15 Buben im Heim. Bis Ende des Jahres sollen es an die 30 sein, nach Fertigstellung aller geplanten Gebäudes wird es Platz für etwa 60 Kinder geben.
Zu Beginn war die Arbeit für alle Beteiligten sehr schwer. Die Kinder waren an ein oft jahrelanges Leben auf der Straße gewöhnt, das ständige Selbstbehauptung und – verteidigung  bedeutet. Sie werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt; ohne die Fürsorge und Beistand verantwortlicher Erwachsener kämpfen diese Kinder in bitterer Armut um ihr tägliches Überleben. Als einziges soziales Netz gelten Freundschaften und Verbände unter Gleichgesinnten, wobei Probleme untereinander durch Streitereien gelöst werden und das Recht des Stärkeren zählt. Für viele ist der Missbrauch von Klebstoff, Alkohol und Marihuana ein Lichtblick. So lassen sich Erinnerungen und Erfahrungen besser verdrängen und Gefühle wie Hunger, Angst, etc. betäuben.
Aus diesem Szenario kommen die Kinder ins Upendo Home. Sie haben Verhaltensweisen entwickelt, die mit dem Leben in einem Heim sehr schwer zu vereinbaren sind. Der tansanische Sozialarbeiter Bruno versucht mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen, mit diesen Kinder zu diskutieren, Lösungen zu finden und sie auf das Leben im Heim vorzubereiten. 
Es wurden Regeln aufgestellt und die Kinder mit Aufgaben betraut, ein strukturierter Tagesablauf wurde entwickelt. Den Kindern sollte vermittelt werden, dass es auch ihren Anstrengungen und Willen bedarf, im Upendo Home zu leben.
Ein gewisser Alltag wurde inzwischen erreicht, die Kinder fühlen sich in ihrem neuen Heim Zuhause. Es werden Geschichten erzählt, es wird gesungen und getanzt. Man sieht förmlich, wie wohl sich die Kinder in dieser geschützten Atmosphäre fühlen. Es gelang den Mitarbeitern, vor allem den beiden „Mamas“ Rita und Tedy, den Kindern zu vermitteln, dass hier ein Zuhause geboten wird, ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird und Probleme gelöst werden. Den Kindern wird eine große Last von den Schultern genommen, wodurch sie wieder Kind sein dürfen.

Upendo Home for Street Children Upendo Home for Street Children Upendo Home for Street Children Upendo Home for Street Children Upendo Home for Street Children
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Dämme und Regenauffangbecken
Die Region Singida ist gekennzeichnet durch geringe Regenfälle, die eine lukrative Landwirtschaft unmöglich machen. Durch das Auffangen von Regenwasser durch Dämme soll auch während der Trockenzeit ausreichend Wasser vorhanden sein. Je nach Dauer der Trockenzeit bzw. Größe der Dämme und Becken ist die Dauer des vorhandenen Wassers in den Becken abhängig. Ziel ist es, den Menschen ganzjährig den Zugang zu Wasser zu sichern, ohne dabei lange Wegstrecken zurücklegen zu müssen, um Wasserlöcher aufzusuchen. Dadurch soll die Landwirtschaft intensiviert werden, damit die Menschen durch Verkauf am Markt am Wirtschaftsleben teilnehmen können.
Gleichzeitig soll damit der Umwelt geholfen werden. Durch Bepflanzungen und Schutz des Grundwassers soll die Erosion eingedämmt und das Land wieder fruchtbar gemacht werden.

Frauengruppen
Die Hauptlast des täglichen Überlebenskampfes liegt auf den Schultern der Frauen. Immer mehr Frauen suchen einen Ausweg aus der Abhängigkeit und organisieren sich in Selbsthilfegruppen. Ihre Ziele sind mehr Bildung, Hygiene, Verbesserung im Haushalt und in der Landwirtschaft, Selbstverwaltung und Buchhaltung. Sie wollen außerdem mehr Mitspracherecht erhalten. Salzburg stärkt diese Initiativen durch den Bau von Werkstätten und Kinderbetreuungseinrichtungen und gibt Finanzhilfe zur Anschaffung von Werkzeug und diversen Materialien.

Frauengruppen Frauengruppen Frauengruppen Frauengruppen

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