"Mama Eva"
1926-2004

"Mama Eva", wie Eva Schröcksnadel liebevoll von den Menschen in Singida genannt wurde, hat ihren Vater Wilhelm Kaufmann von Anfang an in seinem Engagement für Tansania unterstützt und bald viele Bereiche der umfassenden Arbeit der Städtepartnerschaft übernommen.

Mama Eva
E.S. hatte schon sehr früh ein umfassendes soziales Gerechtigkeitsgefühl entwickelt. Sie hatte ein für diese Arbeit unerlässliches Interesse an den Menschen und ihren Anliegen. Verständnis und Einfühlungsvermögen ermöglichten ihr, einen sehr guten Kontakt zu den afrikanischen Partnern aufzubauen.
Ihr Optimismus, ihre scheinbar unerschöpfliche Arbeitskraft und Liebe zu Afrika hat die Städtepartnerschaft über 20 Jahre getragen und voran gebracht.
1980 reiste E.S. zum ersten Mal nach Tansania. Afrika nahm sie gefangen, von da an reiste sie mindestens einmal im Jahr nach Ostafrika.
1981 ging sie nach mehr als 30 Jahren als Flötistin im Mozarteum Orchester in den Ruhestand. Ab diesem Zeitpunkt konnte sie ihr Leben, neben der Familie, in größerem Ausmaß der “afrikanischen Sache” widmen.
1983 verbrachte sie mehrere Monate in Tansania, um die Landessprache Kiswahili zu erlernen. Dies ermöglichte ihr einen tieferen Einblick in das tansanische Leben. Nach ihrer Rückkehr setzte sie mit noch mehr Wissen und Verständnis ihre Arbeit fort.
Viele Menschen konnte E.S. im Laufe der Jahre für die Projekte in Singida begeistern und nachhaltig gewinnen. Bei den regelmäßigen Besuchen konnte sie sich an Ort und Stelle eine Bild über Erfolg und Fortgang der verschiedenen Projekte machen und so garantieren, dass Gelder sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden.
In Singida stößt man vielerorts auf wegweisende Projekte der SCSS. Wenn man die Strapaze auf sich nimmt, auch die Region zu bereisen, kann man auch in den entlegendsten Dörfern Krankenstationen, Schulen, Selbsthilfegruppen von Frauen, Wasserdämme usw. entdecken, die von der Regionalkooperation Salzburg - Singida ermöglicht und finanziert wurden.
Das umfassendste Projekt bisher war ein Projekt für die Trinkwasserversorgung in Singida. E.S. gelang es zusammen mit ihrem Bruder Christof Kaufmann, die Europäische Union für die Finanzierung zu gewinnen.
Dieses Projekt hat einen Durchbruch in der Entwicklung der Stadt und Region bewirkt. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser für einen Großteil der Bevölkerung bewirkte unter anderem, dass es seither kein Auftreten von Cholera mehr gab.
Der völlig unerwartete Tod von E.S. im Dezember 2004 hat eine große Lücke hinterlassen, aber auch den Auftrag, diese wichtige Arbeit weiter zu führen.